Entwicklungsgeschichte



(zusammengetragen von Günter Baschin)

1916

 

Hauptmitbegründer des Fußballvereins war zu damaliger Zeit mein Onkel Richard Rasemann (siehe Foto), geb. 1884
(Halbbruder von meiner Oma Minna Baschin, geb. Rasemann)

bis 1926

hieß der Verein wahrscheinlich Germania Gussow und

ab 1926

Vorwärts Gussow, gehörte aber zum Arbeitersportbund

1933

wurde deshalb auf Befehl des NSDAP-Regimes der Name in Viktoria Gussow  umbenannt und musste beim Umzug anlässlich des Erntefestes in Gussow von den damaligen Fußballern gezeigt und getragen werden

nach 1945

hieß der Verein weiterhin Viktoria Gussow

1947

Zusammenschluss mit dem Sportverein Blau-Weiß Gräbendorf zu einer Zentralen Sportgemeinschaft (ZSG Gussow/Gräbendorf).
Der Gräbendorfer Fußballklub hieß wohl erst BSC 32 und später nach 1945 Blau-Weiß Gräbendorf.

nach 1956

Mit dem Gewinn der 1. Kreisklassenmeisterschaft und den Aufstieg zur Bezirksklasse Staffel D (Potsdam) waren die Anfahrten zu den Punktspielen enorm weit. Es wurde ein Trägerbetrieb gesucht. Dieser war dann der Landmaschinenbau Pätz. Der neue Name des Vereins hieß BSG Traktor Pätz.

In den späten 80-er Jahren neuer Träger und Name Landbau Prieros

Okt. 1990

Nach der Wende wurde der Fußballverein wieder mit dem alten Namen Sportverein Viktoria Gussow 1916 e. V. benannt.

Spielplätze



In Gräbendorf

 

Schulstraße

In Gussow

vor 1945:

Haasen Brake (hinter dem Wasserwerk, Richtung Feld) und Koppel vor Badestrand rechts

nach 1945:

Prieroser Str. rechts (gegenüber damaliger Tischlerei P.Gawron)

ab 1956:

Sportplatz am Badestrand

Pokalbenennung



ab 1935

Gussow-Pokal

zwischendurch

Richard - Rasemann - Pokal

dann wieder

Gussow-Pokal

ab 1979

Berhard - Gawron - Pokal

Wissenswertes zum Sportplatzgebäude



Bauorganisator:

Bernhard Gawron

Bauleiter:

Günter Baschin

Architekt:

Mattias Würths aus Prieros

Zur Sportplatzeinweihung 1956 wurden zuerst die hinteren 4 Umkleideräume in Richtung Bindow fertig gestellt (NAW). Vorsorglich wurden im hinteren Flurteil Träger für eine spätere Türöffnung eingebaut, die später auch geöffnet wurde – die heutige hintere Eingangstür.

In den Jahren danach erfolgte der weitere Anbau mit Aufenthaltsraum und den anderen Räumen unter schwierigen Materialbedingungen im NAW.

  • Beim Aufstellen und Richten der Flachdachbinder stellte sich heraus, dass verkehrte, zu große Flachdachbinder angeliefert wurden. Der Umtausch in Birkenwerder war die Folge.
  • Dacheindeckung erfolgte mit Aluplatten.
  • Die Installation der blitzschutztechnischen Anlage (im Schwerpunkt über 60 Personen) war eine Forderung der Bauaufsicht.
  • Die Beheizung erfolgte über den Warmluftofen und elektrischen Heizgeräten.
  • Die Warmwasseraufbereitung für Duschen und Waschen wurde durch einen mit festen Brennstoffen beheizbaren Kessel betrieben. Standort von Kessel und Brennmaterial waren die kleinen Räume, begehbar in der Längswand zum Badestrand.

Bauabnahme zur Nutzung durch die staatliche Bauaufsicht

Die Kontrolle ergab, dass bei der Deckendämmung nicht Styropor- sondern Polystyrol-Platten verwendet wurden. Die ist bau. Und Brandschutztechnisch verboten (Brandgefahr). Beim Kauf dieser Platten durch Sportsfreund Bernhard Gawron stand auf der Rechnung „Styroporplatten“.

Die Folge: Schmerzlicher Ausbau der falschen Platten und Einbau der Styroporplatten
 

Entwässerung

Bau einer wasserdichten ausfahrbaren Abwassergrube nach Projekt von Günter Baschin.

Die vorgefertigten Grubenabdeckplatten aus Beton B 225 (Abmessung 1000x2800 mm) mussten bewehrt mit Rundstahl eine Dicke von 15 cm haben. Weiterhin mussten eine Entlüftung und ein verschließbarer Grubeneinstieg-Stahlrahmen mit Platte eingebaut werden. Alle Grubenteile erhielten Bauwerkssperrschichten nach damaliger TGL 35765. Die Grubenabdeckplatten könnten mit einer Verkehrslast von 500 kp/m² belastet werden. Die Verlegung erfolgte mit einem Kran. Eine Begrenzung mit Pfählen und Ketten war erforderlich.

Küche bzw. Ausschankraum

Dieser Bereich wurde unterkellert, um eine Getränkelagerung zu ermöglichen. Hier befand sich auch eine Stahlluke mit Leiter. Diese wurde später geschlossen. Der Keller ist jetzt über eine Betontreppe mit neuem Durchgang vom Geräteraum aus begehbar.

Wissenswertes zum Sportplatz am Badestrand



Bau

1948 - 1960 (NAW) u. später

Beschaffenheit des Geländes

Dicker Kiefernwald auf hügligem Gelände

Die ersten Arbeitseinsätze

  • Holzeinschlag und Abtransport
  • Rodungsarbeiten der Stubben und Transport
  • Ebnen des hügligen Geländes mit Pferdefuhrwerken, Loren auf Schienen sowie Karren
  • Abtransport zum Badestrand und seitlich

Viele Sportmitglieder und auch sportbegeisterte Leute beteiligten sich an diesem großen Projekt.

Zuschuss vom Staat

Wir bekamen 65.000 Mark aus Lottomitteln und beauftragten eine Firma mit den Restarbeiten (Begradigungen, 20-25 cm Mutterboden auftragen und Grassamen einbringen).

Verantwortliche Personen für Sportplatzbau - Lottomittel

Richard Krespinski (Bürgermeister) - die treibende Kraft beim Aufbau des Sportplatzes, Bernhard Gawron, Horst Drescher und Günter Baschin.

Fehler

Höhenunterschied des Platzes: Vordere Ecke = 0 > Diagonale Richtung Waldpension + 80 cm

Der Fehler wurde von uns erkannt. Man drohte uns mit staatlicher Bestrafung wegen Vergeudung von Staatsgeldern.

Fehlerbehebung

  • Abtransport des gesamten Mutterbodens
  • Begradigung des Unterbodens vom Gelände
  • Anfahren und wieder Auftragen des Mutterbodens
  • Grassamen sähen und Boden verdichten

Bewässerung

  • Druckpumpe im Geräteraum der Umkleideräume am Badestrand montieren
  • Schachten des Rohrgrabens
  • Verlegen der Wasserleitung links und rechts am Sportplatz und an den ersten 4 im Bau befindlichen Umkleideräumen

Rasenpflege

Erster Schnitt 1954 und weitere Schnitte mit Sensen und kleinen Rasenmähern (Trolli usw.) wurde von vielen Leuten aus dem Dorf ausgeführt.
Dazu gibt es auch noch mehrere Fotos - leider zurzeit nicht auffindbar.

Barrieren

  • Manuelle Fertigung von ca. 140 Betonstielen Abmessungen 140x140x1900 mm mit 3 Rundeisen Ø 12-14 mm und einen Stehbolzen für die waagerechten Holzbarrieren. Diese wurden in einer konischen Schalung auf Unterbretter
    (immer 6 Stück betoniert) gefertigt. Abbindezeit ca. 7 Tage. Der Zement hierfür wurde lose aus der LPG-Scheune Ritter (Schulstraße) mit Karren angefahren.
  • Schlagen von Kiefernholz im Wald für die Holzbarrieren, Transport und Trennen zu
    Halbhölzern beim Erich Kuhl (Stellmachermeister).
  • Montage auf den inzwischen aufgestellten Beton-Barrierestielen.
  • Später wurden die Halbhölzer durch Kanthölzer ersetzt und weiß gestrichen.

Tore

  • aus Kanthölzer - weiß gestrichen

Sportplatzeinweihung 1956

Aufstiegspiele zur Bezirksklasse Staffel D (Potsdam) im Herbst 1956 und seitdem fortlaufend anschließende Punkt-Pokal- und Freundschaftsspiele bis zur heutigen Zeit.

Höhepunkte



1937

Gewinner Gussow-Pokal

1956

Kreisklassen-Meisterschaft anschließend 5 Jahre in der Bezirksklasse Staffel D (Potsdam) gespielt

1958

Kreisauswahl Königs Wusterhausen gegen den DDR Oberligaspitzenclub ASK-Vorwärts Berlin im Stadion KWH Auswahlspieler von uns:
W. Gnädig, H. Gärsch, H. Gawron, G. Baschin, K. Purann
Ergebnis: 1 : 12
Die Spieler K.Purann und G. Baschin und später U. Plutz gehörten weiterhin zur Kreisauswahl

1974

Meisterschaft 2. Kreisklasse und Aufstieg in die 1. Kreisklasse

1974

Gewinner Gussow-Pokal

1975

Freundschaftsspiel des frischgebackenen Jugendmeisters der DDR der BFC Dynamo Berlin gegen unsere 1. Männermannschaft hier in Gussow
Ergebnis: Traktor Pätz – BFC Dynamo (Jugend) 2 : 5

1977

Gewinn Goldenen Traktor (Bezirk Potsdam)

2001

Gewinner Berhard - Gawron - Pokal